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Digitales Fachgespräch “Die Arbeit mit jungen Geflüchteten in einer postmigrantischen Gesellschaft” mit Prof. Dr. Birgit Jagusch

Dezember 6 @ 10:00 - 12:00

   HEUTE  –  OHNE STEMPEL MORGEN

Die djoNRW lädt ein zum digitalen Fachgespräch mit dem Thema „Die Arbeit mit jungen Geflüchteten in einer postmigrantischen Gesellschaft“.

„Geflüchtete“? „Migrationshintergrund“? „Integration/Migration“? Diese und viele weitere Label und Begriffspaare prägen unsere haupt- und ehrenamtliche Praxis in der Jugendarbeit.

Bedarfsgerechte Arbeit erfordert die Benennung von Benachteiligungen, z.B. bei Förder- oder Projektanträgen. Hierzu muss meist auf die genannten Label bzw. (Fremd-) Bezeichnungen zurückgegriffen werden, obwohl die Projekte meist das Ziel haben betroffene Menschen von eben diesen zu befreien. Die Jugendverbandsarbeit bleibt so in der Praxis einigen Labeln und Bezeichnungen verhaftet–zum Beispiel um politische und finanzielle Förderung für die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit z.B. einer Fluchterfahrung zu verdeutlichen.

Die Folgen dieses Widerspruchs sind auf struktureller, institutioneller und vor allem menschlicher Ebene problematisch und oft mit dem übergeordneten Ziel eines Empowerments unvereinbar. Auch gibt es beispielsweise immer mehr Organisationen von Jugendlichen mit internationalen Biografien, die aus verschiedenen Gründen die Bezeichnung „Migrant*innenjugendselbstorganisation“ bewusst nicht für sich wählen, damit aber von bestimmten Fördermöglichkeiten ausgeschlossen sind.

Das Konzept der Postmigration stellt diesen Labeln den Entwurf einer Gesellschaft entgegen, die durch Zuwanderung geprägt ist und die auf verschiedenen Ebenen die Rechte, Zugehörigkeit und Teilhabe aller aushandelt. Diese Gesellschaft strebt an, die konstruierte Unterscheidungskategorie „Migration“ als Erklärung von Missverhältnissen hinter sich zu lassen.

Doch was bedeutet diese Vision in der Umsetzung für die Jugendarbeit mit jungen geflüchteten Menschen? Wie beeinflussen Label die Teilnehmenden, Multiplikator*innen in Projekten und uns selbst? Gibt es Alternativen?

In einem fachlichen Input von Prof. Dr. Birgit Jagusch der TH Köln wird das Konzept der Postmigration vorgestellt und anschließend in offenen Reflexionsräumen im kollegialen Austausch diskutiert.

Die genauen Themen der Reflexionsräume richten sich nach den Interessen der Teilnehmenden, werden aber beispielsweise die Fragen näher beleuchten:

Wie weit geht Empowerment und wann muss es in die Gesellschaft zurück gegeben werden?

Wie kann ich in meiner Arbeit mit den genannten Widersprüchen umgehen lernen?

Löst eine postmigrantische Gesellschaft sogenannte „Parallelgesellschaften“ ab?

Wie werden Ministerien, Projekte, Förderungen, Referate benannt und formuliert und welche Alternativen gibt es?

Das Fachgespräch richtet sich an Menschen mit eigenen Rassismuserfahrungen, haupt- und ehrenamtlich tätige Menschen aus der Jugendverbandsarbeit, Jugendkulturarbeit, Jugendsozialarbeit, der offenen Jugendarbeit, Migrant*innenjugendselbstorganisationen, Verantwortungsträger*innen aus Politik und Verwaltung und alle Interessierten.

Ort: Zoom

Anmeldeschluss ist der 30.11.2021.

Details

Datum:
Dezember 6
Zeit:
10:00 - 12:00

Veranstaltungsort

zoom – online

Anmeldung

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