Team Theater erobert die Bühne: Ein Blick in die Zukunft, der Mut macht

Die Gedanken sind frei - Wie sieht die Zukunft in 3000 Jahren aus? (Quelle: djoNRW/AJM)

Die Gedanken sind frei – Wie sieht die Zukunft in 3000 Jahren aus? (Quelle: djoNRW/AJM)

Nachdem vor wenigen Monaten das Team Tischtennis den Anfang machte, hat sich Ende Juli das Team Theater auf die Bühne gewagt. Die an den beiden Miniprojekten beteiligten Jugendlichen fanden sich durch das Seminar „Engagieren? Ja! Mit meinen Kompetenzen und Grenzen“ in Gütersloh zusammen. Die jungen Frauen und Männer, die bei dem Theaterprojekt mitmachten, setzten sich auf der Bühne mit einem schwierigen Thema, der Zukunft der Assyrer, auseinander. Mit Blick auf die vielen in Westeuropa neu hinzugekommenen Geflüchteten lautete der Titel der Aufführung: „Die Zukunft der Assyrer im Jahre 3000 – Wie und wo leben Assyrer?“

Die neun B‘shayno Jugendlichen aus dem Raum Gütersloh – sechs von ihnen überzeugten als Schauspielerinnen und Schauspieler und drei unterstützten in der Vorbereitung und während der Aufführung – hatten das Theaterstück komplett alleine auf die Beine gestellt.

Ein Blick in die Glaskugel zeigt eine friedliche Welt

Mit großem Engagement sind die Jugendlichen bei dem Theaterprojekt (Quelle: djoNRW/AJM)

Mit großem Engagement sind die Jugendlichen bei dem Theaterprojekt (Quelle: djoNRW/AJM)

An vieles mussten die Jugendlichen in der Vorbereitung denken, damit es ein gelungener Abend wird. In erster Linie wollten sie aber eine Aufführung bieten, die zum Nachdenken anregt. Da die Jugendlichen assyrische Wurzeln haben und teils als Geflüchtete nach Deutschland kamen, war das Thema schnell klar. Sie entschieden sich für die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und der daraus möglicherweise resultierenden Zukunft. Es war ein Blick in die Glaskugel.

„Die Zukunft der Assyrer im Jahre 3000 – Wie und wo leben Assyrer?“, lautete der Titel des Theaterstücks. Die Frage, die jedoch dahinterstand, war welche Chancen und neue Möglichkeiten sich daraus für die gesamte Gesellschaft ergeben könnten.

Die Vision, die die Jugendlichen in Gütersloh auf die Bühne brachten, spielt im Jahr 3000: Es gibt sehr viele Assyrerinnen und Assyrer, die inzwischen auf der ganzen Welt leben. Diese breite Ansiedlung ergab sich durch die großen Ströme von Geflüchteten zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Mit der großen Verbreitung der Menschen ist auch ihre Sprache, das Aramäische, welche die Sprache Jesu war, weltweit gebräuchlich. Durch die Sprache entdecken die Menschen wieder alte Werte und gelangen zu neuen Erkenntnissen. Die gesamte Menschheit nimmt daran teil und kommt dem friedlichen Miteinander so ein großes Stück näher.

Nach der Aufführung sitzen die Jugendlichen noch lange zusammen und sprechen über das Stück (Quelle: djoNRW/AJM)

Nach der Aufführung sitzen die Jugendlichen noch lange zusammen und sprechen über das Stück (Quelle: djoNRW/AJM)

Maya Yoken, die den Jugendlichen bei der Vorbereitung und Aufführung beratend zur Seite stand, ist stolz auf das Ergebnis: „Das Theaterstück wurde aufgeführt, um junge Geflüchtete aus dem Irak und Syrien, die die assyrische Abstammung haben, zu ermutigen, sich weiter zu bilden, sich nicht unterkriegen zu lassen und die entstehenden Situation bestmöglich zu bewältigen.“ Dass die partizipierenden Jugendlichen genau dies tun, beweist das vollbrachte Theaterstück. Auch die Jugendlichen selbst waren von dem Ergebnis begeistert: „Es war wie ein Traum“, sagt eine junge Schauspielerin.

Nach der Aufführung saßen die Jugendlichen des Teams Theater und das Publikum noch lange zusammen. Bei einem gemeinsamen Essen wurde intensiv über das Stück und seine Thematik diskutiert. In einem waren sich alle einig und ein junger Schauspieler brachte es auf den Punkt: „Es war viel Arbeit und viel Neues, aber es hat sich gelohnt!“

 

Die Seminarreihe ist erfolgreich: Die Jugendlichen bringen sich ein und haben Spaß (Quelle: djoNRW/AJM)

Die Seminarreihe ist erfolgreich: Die Jugendlichen bringen sich ein und haben Spaß (Quelle: djoNRW/AJM)

Engagement ist vielseitig

Die zweiteilige Seminarreihe „Engagieren? Ja! Mit meinen Kompetenzen und Grenzen“ möchte Jugendliche für ein Engagement im Ehrenamt vorbereiten. Bei dem ersten Treffen entstanden drei eigene Miniprojekte: Team Tischtennis, Team Theater und das Team Film.

Es begann im Januar 2017 in Gütersloh und das erste Treffen führte junge Frauen und Männer mit gemeinsamen Interessen zusammen.

Die Seminarreihe, die von dem AJM durch das B`shayno Projekt ins Leben gerufen wurde, wird von der Bürgerstiftung Gütersloh, der djo NRW durch das Projekt von „Jugendverbandsabeit mit jungen Geflüchteten“ und der Aktion Mensch finanziell unterstützt.

Autor: Dr. Christian Kahl

 

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