Post und Fußbälle aus Frankfurt: DFB würdigt Engagement von Terno Drom

Anerkennung vom DFB. (Quelle: Terno Drom)

Anerkennung vom DFB. (Quelle: Terno Drom)

Seit einigen Jahren setzt sich Terno Drom für die Integration jugendlicher Sinti und Roma ein. Viele Aktionen und Veranstaltungen fanden seitdem statt und die Erfolge sind an der regen Teilnahme vieler junger Menschen mit unterschiedlicher Herkunft messbar. Nun würdigte auch der Deutsche Fußball Bund (DFB) das Engagement der Gruppe. Terno Drom hat „durch beispielhafte Maßnahmen ein öffentliches Zeichen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen gesetzt“.

Seit 2005 vergibt der DFB regelmäßig den Julius Hirsch Preis. Er ist eine Initiative für Menschenwürde und Toleranz, gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Im Sommer 2013 wurde auch Terno Drom, eine Gruppe des Landesverbandes NRW der djo – Deutsche Jugend in Europa, in den diesjährigen (2013) Kreis der zahlreichen Bewerber aufgenommen.

Partystimmung auf der Tribüne.

Bei den Fußballturnieren von Terno Drom herrschte auch abseits des Spielfelds gute Stimmung. (Quelle: Terno Drom)

Auf dem Spielfeld sind alle gleich

Dass Integration über gemeinsame Sportveranstaltungen gelingen kann, hatte Terno Drom in der Vergangenheit mehrfach bewiesen. Große Resonanz gab es etwa bei den interkulturellen Fußballturnieren „Gemeinsam in Vielfalt“  und „Fair.Play.Together!“.  Hier traten jugendliche Spieler an, die überwiegend keine deutschen Wurzeln haben, aber in Deutschland leben und sich hier in die Gesellschaft einbringen möchten. Doch Ressentiments und Vorurteile bestimmen zu oft deren Alltag. Die Fußballturniere ergaben Möglichkeiten sich näher kennen zu lernen, denn auf dem Feld waren alle „nur“ Spieler.

Schuss! - Tor?

Auf dem Platz spielt die Herkunft keine Rolle. Fußball ist die gemeinsame Leidenschaft. (Quelle: Terno Drom)

Zeichen setzen

Auch wenn Terno Drom letztendlich nicht unter die drei Erstplatzierten des Julius Hirsch-Preises kam, gab es dennoch lobende und anerkennende Worte aus Frankfurt. In einer Dankesurkunde bestätigte der DFB den Mitgliedern von Terno Drom, dass sie „durch beispielhafte Maßnahmen ein öffentliches Zeichen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen gesetzt“ haben.

Darüber hinaus gab es original DFB-Fußbälle, was die sportbegeisterten Jugendlichen von Terno Drom besonders freute. Der Vorbereitung auf nächste Fußballspiele und -turniere steht nichts mehr im Wege.

Im Namen des Deutschen Fußball Bundes...darf ich mich ...für Ihr Engagement herzlich bedanken." (Quelle: Terno Drom)

Im Namen des Deutschen Fußball Bundes(…) darf ich mich (…) für Ihr Engagement bedanken.“ (Quelle: Terno Drom)

Hintergrund: „Julius Hirsch-Preis“

„Nie wieder!“ heißt das Zeichen, das der DFB mit der Stiftung des Julius Hirsch Preises setzt. Er leistet damit seinen Beitrag zur Stärkung der Zivilgesellschaft, in der Demokratie, Menschenrechte und der Schutz von Minderheiten unveräußerliche Werte sind. Ausgezeichnet werden Vereine, Initiativen und Personen, die sich als Aktive auf dem Fußballplatz, als Fans im Stadion, im Verein und in der Gesellschaft beispielhaft einsetzten für die Unverletzlichkeit der Würde des Menschen und gegen Antisemitismus und Rassismus für Verständigung und gegen Ausgrenzung von Menschen für die Vielfalt aller Menschen und gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit. (Quelle: Julius Hirsch-Preis Ausschreibung 2013)

Mit dem Preis erinnert der DFB an den ehemaligen deutschen Nationalspieler und mehrfachen Deutschen Meister Julius Hirsch (1892-1943). Trotz seiner sportlichen Erfolge und seiner Teilnahme am 1. Weltkrieg, wo er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet wurde, entging er nicht einem schrecklichen Leidensweg. Wegen seiner jüdischen Abstammung erlitt er das Schicksal vieler Millionen im 3. Reich. Die Spur von Julius Hirsch verliert sich 1943 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Autor: Dr. Christian Kahl