Mit guter Laune im Gepäck – Folklorekreis Gütersloh reiste zur 53. Europeade nach Namur

Der Folklorekreis Gütersloh in Namur (Quelle: www.folklorekreis.de)

Der Folklorekreis Gütersloh in Namur (Quelle: www.folklorekreis.de)

Vom 20.-24. Juli 2016 fand im belgischen Namur die 53. Europeade statt. 4300 tanz- und musikbegeisterte Menschen aus 25 Ländern trafen sich zum größten Folklore Festival Europas. 160 verschiedene Gruppen kamen in die wallonische Stadt. Auch die djoNRW hinterließ dabei ihre Spuren, denn der Folklorekreis Gütersloh nahm mit 20 Mitgliedern an dem großen Spektakel teil.

Pünktlich um 8.00 Uhr machten sich 20 Mitglieder vom Folklorekeis Gütersloh zusammen mit weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem Kreis Gütersloh auf den Weg nach Belgien. Das Ziel der Busreise war die 53. Europeade in der wallonischen Stadt Namur. Für fünf Tage wurde die Stadt zum Zentrum der Begegnung in Form von Musik, Tanz und Gesang.

Schon am ersten Tag war auf den Straßen Namurs viel los (Quelle: www.folklorekreis.de)

Schon am ersten Tag war auf den Straßen Namurs viel los (Quelle: www.folklorekreis.de)

Gut gelaunt nach Belgien

Schon auf der Hinfahrt herrschte im Bus eine ausgelassene Stimmung. Alle freuten sich auf die bevorstehenden Tage.In Namur angekommen, wurden nach der Registrierung erst einmal die Quartiere bezogen. Bei den heißen Temperaturen tat ein Päuschen richtig gut. Doch viel Zeit blieb dafür nicht, alle waren neugierig, was Namur zu bieten hat und wen man auf der Europeade vielleicht wieder trifft.

Herzlich und spektakulär war die offizielle Begrüßung aller Teilnehmer. Salutschüsse zum Empfang und buntes Treiben in der gesamten Innenstadt erwarteten die vielen internationalen Tänzerinnen und Tänzer. Zum Abschluss des ersten Tages wurde über der Maas ein Feuerwerk der Superlative geboten. Hell im Sternenzauber ging eine Rakete nach der nächsten in den nachtklaren Himmel.

Viel Freude herrschte beim Auftritt in Namur (Quelle: www.folklorekreis.de)

Viel Freude herrschte beim Auftritt in Namur (Quelle: www.folklorekreis.de)

Europa traf sich in Namur

Am nächsten Tag ging das bunte Treiben weiter. An jeder Ecke wurde noch einmal schnell geübt. Alle waren konzentriert, denn jede Gruppe wollte ihr Bestes zeigen: Perfekte Tänze und Trachten zum Hingucken. Für die Tänzer und Musiker aus dem Kreis Gütersloh stand um 12.00 Uhr der erste Auftritt auf dem Programm. Auf einer sehr abschüssigen Bühne war das Tanzen zwar eine richtige Herausforderung, doch das war kein Problem für die tanzerfahrenen Tänzerinnen und Tänzer. Jeder sah die Freude, die die Gäste aus Gütersloh bei ihrem Auftritt hatten. So ging es den ganzen Tag über. Fröhlich tanzende Menschen aus ganz Europa sah man an diesem Tag überall. Musik aus nordischen Ländern oder Musik und Tanz aus dem Süden Europas. Für jeden Geschmack war etwas dabei.

Die offizielle Eröffnungsfeier war für alle ein einmaliges Erlebnis (Quelle: www.folklorekreis.de)

Die offizielle Eröffnungsfeier war für alle ein einmaliges Erlebnis (Quelle: www.folklorekreis.de)

Eröffnungsfeier mit königlichem Wünschen

Höhepunkt des Tages war ohne Zweifel die Eröffnungsfeier am Abend in der voll besetzten EXPO Arena. Traditionell wurde die Europeade Fahne gehisst. Nach Grußworten von Prinzessin Astrid, die trotz des belgischen Nationalfeiertags nach Namur gekommen war, und den Reden des Bürgermeisters und des Europeade Präsidenten gingen die Darbietungen der verschiedenen Gruppen aus aller Herren Länder los. Ein buntes Bild und ein fantastisches Erlebnis für alle Zuschauer.

Die dreieinhalb stündige Veranstaltung war ein gelungener Event. Und auch danach, als die Gütersloher wieder in ihrer Unterkunft waren, dachte noch niemand ans Schlafen. Bis tief in die Nacht herrschte eine fröhliche Stimmung, auch wenn am folgenden Tag ein offizieller Part der Europeade anstand.

Der deutsche Botschafter in Belgiern begrüßte den Folklorekreis Gütersloh (Quelle: www.folklorekreis.de)

Der deutsche Botschafter in Belgiern begrüßte den Folklorekreis Gütersloh (Quelle: www.folklorekreis.de)

Der Botschafter nahm sich Zeit

Am dritten Tag wurden Delegationen aus allen teilnehmenden deutschen Gruppen zum Empfang des deutschen Botschafters eingeladen. Rüdiger Lüdeking war für die Europeade eigens aus Brüssel angereist und zeigte sich an den Folkloregruppen sehr interessiert. Doch der Tag hatte noch weitere Erlebnisse zu bieten. Eine Auffahrt zur Zitadelle in Namur mit einem Besuch der dortigen Parfümerie war ein weiterer Höhepunkt. Vor allem die Männer dufteten am Abend besonders gut.

Am Abend war dann Europeade by night angesagt. Von Beginn an herrschte Stimmung pur bis die ausgelassenen Tänzer das nahende Gewitter erreichte. Schnell mussten alle Instrumente verpackt werden. Schade eigentlich. Aber wir wären nicht der Folklorekreis Gütersloh, wenn wir nicht Abhilfe schaffen könnten. Unsere flämischen Freunde, die wir schon seit Jahren kennen, hatten sich spontan bereit erklärt mit uns zusammen in unser Quartier zu kommen. Der Abend war gerettet. Unter dem Schulhofdach war die Stimmung kaum zu überbieten. Bis tief in die Nacht wurde getanzt und gesungen.

Gut gelaunt präsentierte sich der Folklorekreis Gütersloh beim Festumzug (Quelle: www.folklorekreis.de)

Gut gelaunt präsentierte sich der Folklorekreis Gütersloh beim Festumzug (Quelle: www.folklorekreis.de)

Vive l‘Allemagne bei der Folklore Parade

Das Wetter sollte sich auch am nächsten Tag nicht bessern. Der Tag Nummer vier fing leider sehr verregnet an. Der Himmel war zu und kein bisschen Sonne in Sicht. An diesem Morgen hatte der Bürgermeister zum Empfang geladen, eine zweiköpfige Delegation von jeder Gruppe. Eine Flasche belgisches Bier sowie ein Bild von Namur gab es als Begrüßung.

Der absolute Höhepunkt bei dieser Europeade war natürlich, wie jedes Jahr, die Folklore Parade. Alle teilnehmenden Gruppen zeigten in ihren bunten Trachten woher sie kamen. Einziger Wehrmutstropfen war das Wetter. Natürlich fing es pünktlich zum Start an zu regnen. Aber Folkloristen kennen kein Pardon. Tanzend, singend und musizierend zogen alle durch die Stadt und begeisterten das am Rand stehende Publikum. Vive l’Allemagne war vielerorts zu hören. Am Ende des Zuges angekommen waren die Gütersloher Teilnehmer fröhlich aber auch erschöpft. Einige von ihnen schauten sich den Rest des Zuges an. Andere stärkten sich in einem Café. Wieder andere gingen zurück in ihr Quartier um sich auszuruhen.

Auch nach fünf Tagen herrschte bei der Abschlussveranstaltung tolle Stimmung (Quelle: www.folklorekreis.de)

Auch nach fünf Tagen herrschte bei der Abschlussveranstaltung tolle Stimmung (Quelle: www.folklorekreis.de)

Europeade Ball zum Finale

Am späten Abend ging, wer wollte, zum Europeade Ball. Verschiedene Musikgruppen heizten die Stimmung an. Nationenübergreifend tanzte jeder mit jedem. Bis spät in die Nacht „tobte der Bär“. Am letzten Tag der Europeade angekommen wurde der Vormittag zum Kofferpacken und kurzer Probe für die Abschlussfeier genutzt. Erwartungsgemäß war die Abschlussveranstaltung genauso faszinierend wie die Eröffnung gewesen.

Mit einem Potpourri beteiligten sich die Tänzerinnen und Tänzer am abwechslungsreichen Programm. Am Abschluss bedankten sich die Organisatoren bei den Bürgern der Stadt Namur. Traditionsgemäß wurde die Europeadeflagge wieder eingeholt und an die Vertreter der Stadt Turku in Finnland übergeben. Denn dort findet die 54. Europeade im nächsten Jahr statt. Hier werden sich dann wieder viele Tanz- und Musikbegeisterte zu Europas größtem Folklore Festival treffen.

Autor: Georg Chatzigeorgiou

Weitere Fotos der  Europeade gibt es auf der Homepage des Folklorekreis Gütersloh.