Landesjugendtag 2017 – Neuer Vorstand und neue Gruppen stehen für bewährte Ziele

Die Wahl eines neuen Vorstands und die Aufnahme neuer Gruppen lockten viele Delegierte nach Himmighausen (Quelle: djoNRW)

Die Wahl eines neuen Vorstands und die Aufnahme neuer Gruppen lockten viele Delegierte nach Himmighausen (Quelle: djoNRW)

Jedes Jahr am dritten Wochenende im November ist es soweit: In der djo.Bildungsstätte.Himmighausen. findet der alljährliche Landesjugendtag der djoNRW statt. Rund 50 Delegierte und Mitglieder, kamen am 18. und 19. November 2017 nach Himmighausen. Workshops und ein spannender Abend bei dem sich die Vorstandsmitglieder à la „Schlag den Vorstand“ gegen die anderen Teilnehmer am Landesjugendtag behaupten mussten, waren die Highlights am ersten Tag. Sonntag stand der offizielle Teil des Landesjugendtags an. Dabei trafen die Delegierten auch die wichtige Entscheidung, welcher Vorstand den Verband in den nächsten zwei Jahren führt.

Wenn so wichtige Beschlüsse wie die Wahl des künftigen Landesvorstands oder Anträge neuer Gruppen auf Mitgliedschaft im Landesverband NRW der djo-Deutsche Jugend in Europa auf der Tagesordnung stehen, ist das Interesse immer groß. Und so schickten Regionalverbände, Landesgruppen und Kreisverbände ihre Delegierten nach Himmighausen.

Die Vorstellungsrunde gilt auch für den alten und neuen Landesvorsitzenden (Quelle: djoNRW)

Die Vorstellungsrunde gilt auch für den alten und neuen Landesvorsitzenden (Quelle: djoNRW)

Die Frage nach dem „O“

Ein Landesjugendtag der djoNRW ist auch immer ein Anlass, sich gegenseitig näher kennen zulernen. Aus diesem Grund eröffneten die djoler die Veranstaltung mit einer Vorstellungsrunde. Dabei musste sich jeder auf das Wesentliche konzentrieren, denn man hatte nur 30 Sekunden Zeit. Die Möglichkeit, sich gegenseitig auszutauschen und mehr von den Anderen zu erfahren, gab es schon wenig später, als sich die Teilnehmenden in verschiedenen Workshops mit den unterschiedlichsten Themen befassten.

„Landesfestival“, „Kulturarbeit der djoNRW“, „Newsletter“, „Einmischende Jugendpolitik“ und der Workshop „O“ hießen die Angebote. Letzterer ging der Frage nach, welche aktuelle Bedeutung dem „O“ im Namen des Verbands zukommt. Gemeinsam wollten die Teilnehmer des Workshops neue Ideen formulieren und vielleicht käme man auch zu einer verbandlichen Meinung, so die Planer des Workshops. Bei der Frage nach dem „O“ war Kreativität gefragt und es zeigte sich die Vielseitigkeit der djoNRW: Sie ist o-mnipräsent, o-ffener, o-rigineller, o-rtskundiger und um viele Os reicher.

Aufmerksam und gut gelaunt verfolgen die Delegierten den Landesjugendtag (Quelle: djoNRW)

Aufmerksam und gut gelaunt verfolgen die Delegierten den Landesjugendtag (Quelle: djoNRW)

djoler kämpfen bis zum Schluss

Körperliche und geistige Höchstleistungen verlangte das Abendprogramm. In einem mehrere Runden dauernden Match, das Maya Yoken und Susanne Koch moderierten, musste sich der Vorstand gegen die anderen djoler behaupten – und das war nicht einfach. Bei „Schlag den Vorstand“ schenkten sich die Gegenspieler nichts und jeder wollte als Sieger aus dem Wettkampf herausgehen. Da mit jeder Runde die zu erreichende Punktezahl verdoppelt wurde, blieb es den ganzen Abend spannend.

Die einzelnen Wettkämpfe waren sehr unterschiedlich. Es gab unter anderem ein Duell mit Quizfragen rund um die djo und ein Memory der besonderen Art, bei dem sich die Spieler möglichst viele Gegenstände merken mussten. Körperliche Fitness und das richtige Ballgefühl brauchten die Mitspieler als es darum ging, eine Distanz mit einem Ball zwischen den Knien möglichst schnell zu überwinden. Ein gutes Gedächtnis und großes Tanztalent, was bei jedem djoler eigentlich angeboren ist, verlangte die challenge „Aramäischer Tanz“. Hierzu hatte jedes Team vorab auf einem Bildschirm einmal einen aramäischen Tanz gesehen. Nun galt es, diesen möglichst perfekt nachzutanzen. Kreativität wurde von den Kontrahenten verlangt, als sie die Aufgabe bekamen, in kurzer Zeit eine djo-Hymne zu texten und vorzutragen. Das alles waren nicht nur für die Teilnehmer große Herausforderungen. Auch die Jury, Andrea Ulff und Nora Liebetreu, musste genau hinschauen, zuhören und die Zeiten nehmen, um den Sieger zu ermitteln. „Es war ein großer Spaß, das konnte man allen ansehen“, berichtet Andrea. Als es schließlich zum finalen Spiel ging, war das Erstaunen groß. Am Ende hieß es unentschieden.

Ronas Karakas leitet den Workshop Jugendpolitik. Auch im Vorstand unterstützt er künftig als Beisitzer (Quelle: djoNRW)

Ronas Karakas leitet den Workshop Jugendpolitik. Auch im Vorstand unterstützt er künftig als Beisitzer (Quelle: djoNRW)

Kontinuität und Veränderungen

Nach einem informativen und spannenden ersten Tag standen am Sonntag die Regularien an. Der wichtigste Punkt war die turnusgemäße Neuwahl des Vorstands. Erneut wurde Christian Gradt zum Landesvorsitzenden gewählt. Er dankte für das Vertrauen und erklärte, dass dies aber definitiv seine letzten beiden Amtsjahre in dieser Funktion sein werden. Zu den stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Delegierten Johanna Bannenberg und Alfred Dirks-Bannenberg. Tatjana Weber, die über acht Jahre aktiv den Vorstand unterstützt hatte, stand für eine Arbeit „in der ersten Reihe“ nicht mehr zur Verfügung. Als stellvertretende Kassenprüferin wird sie aber auch in Zukunft den Verband unterstützen. Den Posten des Schatzmeisters übernimmt erneut Sanharib Simsek. Den Vorstand komplettieren als Beisitzer Ronas Karakas, Katrin Eberling und Viktoria Wolzenin. Katrin und Viktoria gehören dem KV Münster an, Ronas ist Mitglied des kurdischen Kinder- und Jugendverbands KOMCIWAN e.V. Alle drei sind neu im Vorstand der djoNRW und die Delegierten sind sich sicher, dass sie mit ihrer Erfahrung und ihrem Engagement die richtige Verstärkung für die Vorstandsarbeit sind.

Einen bewegenden Augenblick erlebten die Teilnehmer des diesjährigen Landesjugendtags als der alte und neue Vorsitzende, Christian Gradt, den langjährigen Mitarbeiter Herbert Schnalle verabschiedete. Nach 37 Jahren wird Herbert Anfang des kommenden Jahres als hauptamtlicher Bildungsreferent bei der djoNRW aufhören. Herbert Schnalle hatte in den knapp vier Jahrzehnten viel für den Verband getan. Seine stete Verlässlichkeit und sein großes Engagement dankten ihm die Teilnehmer mit minutenlangem stehendem Applaus.

Herbert Schnalle dankt den Mitgliedern. Nach 37 Jahren endet für ihn Anfang nächsten Jahres seine Tätigkeit bei der djoNRW (Quelle: djoNRW)

Herbert Schnalle dankt den Mitgliedern. Nach 37 Jahren endet für ihn Anfang nächsten Jahres seine Tätigkeit bei der djoNRW (Quelle: djoNRW)

Die djo-Familie wächst und wächst

Neben den Wahlen zum Vorstand, mussten die Delegierten unter anderem auch über die Anträge neuer Gruppen entscheiden. „Der Spaß e.V.“, „Prestige e.V.“ und „KSJ, Essen“ beantragten die Mitgliedschaft im Landesverband NRW der djo-Deutsche Jugend in Europa. Die drei Gruppen waren den Delegierten nicht ganz neu, denn mit jedem hatte die djoNRW in der Vergangenheit bereits erfolgreiche Kooperationsprojekte durchgeführt.

Das Kinder-Musik-Theater „Der Spaß“ existiert bereits seit 15 Jahren. Regelmäßig treffen sich die Mitglieder, über 70 Kinder und Jugendliche, zum Tanzen, Singen und Theater spielen in Köln-Porz. Die Leitung hat Raissa Mychakova. Die jungen Künstlerinnen und Künstler nehmen oft und sehr erfolgreich an Theater- und Tanzwettbewerben teil. Auch bei dem alle zwei Jahren stattfindendem Kulturprojekt der djoNRW hatte sich „Der Spaß“ schon oft aktiv beteiligt.

Ähnlich bekannt bei der djoNRW sind die Mitglieder von Kurdistans Studenten und Jugend, Essen, „KSJ, Essen“. Zheyar Taufig und Ari Saeed stellten den Verein vor. Sie berichteten von zahlreichen Projekten, bei denen sie sich unter anderem in der Flüchtlingshilfe engagieren. Mit der djoNRW kooperierte der KSJ bei den Ruhrgames 2015. Außerdem arbeiten beide bei dem Projekt „Jugendverbandsarbeit mit jungen Geflüchteten“ erfolgreich zusammen.

Auch bei dem dritten Bewerber, „Prestige e.V.“, handelte es sich um einen bekannten Kooperationspartner der djoNRW. Bereits im Jahr 2016 hatte man gemeinsam das „Sommer-camp 2016“ im niedersächsischen Meinsen veranstaltet. Viktoria Wolzenin und Albert Götz stellen den Verein vor. „Prestige e.V.“ ist ein Familien-, Sport- und Kulturverein, dessen Aufgabe, die Integration und Bildungsarbeit im Besonderen für Spätaussiedler und Deutsche aus Russland ist. Der Sitz des Vereins ist in Senden im Münsterland.

Alle Abstimmungen verliefen positiv. Der gesamte Landesverband begrüßt die neuen Gruppen und freut sich auf die Zusammenarbeit. Wenn vom 10.-13. Mai 2018 am Möhnesee das nächste Kulturprojekt der djoNRW stattfinden wird, werden sich auch die die neuen Gruppen einbringen und so allen Mitgliedern die Möglichkeit geben, sich gegenseitig näher kennen zulernen.

Autor: Dr. Christian Kahl