Landesjugendtag 2010: Das 60-jährige Jubiläum fest vor Augen

Spaß und Kreativität zeigten die Teilnehmer in den Workshops (Quelle: Christian Kahl)

Spaß und Kreativität zeigten die Teilnehmer in den Workshops (Quelle: Christian Kahl)

Mit einem umfangreichen Programm fand in Xanten der Landesjugendtag NRW der djo – Deutsche Jugend in Europa statt. Im Vordergrund der 2-tägigen Veranstaltung stand das 60-jährige Bestehen der djo im kommenden Jahr. Informationen, Diskussionen und wichtige Entscheidungen für 2011 prägten die Veranstaltung. Drei Workshops, die die Geschichte wie auch die Zukunft der djo hinterfragten, ergänzten das Programm.

Auf dem Landesjugendtag (LJT) der djo – Deutsche Jugend in Europa stellte der Landesverband NRW die Weichen für die Projekte im Jubiläumsjahr 2011. In der Jugendherberge „Südsee“ in Xanten fanden die etwa 40 Teilnehmer ideale Bedingungen. Der Regionalverband Rheinland, der die diesjährige Organisation für den LJT übernommen hatte, ließ das Wochenende in allen Belangen zu einem Erfolg werden.

Erstaunte Gesichter beim Blick in alte Dokumente (Quelle: Christian Kahl)

Erstaunte Gesichter beim Blick in alte Dokumente (Quelle: Christian Kahl)

djo: Eine abwechslungsreiche Geschichte

Am ersten Tag setzten sich die Teilnehmer in drei Workshops mit der Geschichte und der Entwicklung der djo bis heute auseinander. Hier gab es manch erstauntes Gesicht, denn in ihren nun beinahe 60 Jahren hat die djo – Deutsche Jugend in Europa eine Geschichte erlebt, die aufhorchen ließ. Standen anfangs die als Folge des 2. Weltkrieges vertriebenen Kinder und Jugendlichen aus den ehemaligen deutschen Ost- und Siedlungsgebieten im Focus, so hat sich das Gesicht der djo in vielen Bereichen heute vollständig gewandelt.

Gute Laune auch bei Arbeitsgesprächen (Quelle: Helmut Roß)

Gute Laune auch bei Arbeitsgesprächen (Quelle: Helmut Roß)

Dass es, wie etwa bei der Gründung 1951 noch sogenannte Jungen- und Mädelgruppen, also Gruppen, die nach Geschlechtern getrennt waren gab, konnten sich die Teilnehmer des LJT nur schwer vorstellen. Zur strukturellen Veränderung der djo gehörte auch, dass spätestens in den 70er Jahren die Thematisierung politischer Themen in den Hintergrund rutsche: Alleine die Jugend sollte im Vordergrund stehen. Dies verdeutlichte die 1974 erfolgte Namensänderung. Seit diesem Zeitpunkt wird offiziell der Zusatz „Deutsche Jugend in Europa“ geführt. Auch das alte Logo der djo hatte ausgedient. Von nun an war es die Windrose. Sie steht für Offenheit und Toleranz – und das heute mehr denn je. Doch auch manches ist gleich geblieben. Damals wie heute will die djo den Jugendlichen besondere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bieten. Ob es sich um traditionelle Tänze, politisch-kulturelle Fortbildungen oder schlichtweg spannende Ferienfreizeiten, wie etwa Kanufahren oder Hochseilklettern handelt, das gemeinsame Erleben und der Spaß dürfen nie zu kurz kommen.

60 Jahre djo-Geschichte auf mehreren Metern dargestellt (Quelle: Christian Kahl)

60 Jahre djo-Geschichte auf mehreren Metern dargestellt (Quelle: Christian Kahl)

Ein Blick in die Zukunft: Christian Rach als djo-Café Tester?

Nicht nur den Blick in die bewegte Vergangenheit machten die Teilnehmer in den Workshops. Auch die Zukunft fand ihren Platz: Welche Wünsche und Vorstellungen verbinden die Mitglieder mit der djo im siebten Jahrzehnt ihres Bestehens?

Die Ergebnisse der drei Workshops wurden am Abend in geselliger Runde präsentiert. Die Teilnehmer hatten sich viel einfallen lassen und dabei ihrer Kreativität freien Raum gelassen.

Ein mehrere Meter langer Zeitstrahl dokumentierte die Geschichte der djo. Kollagen zeigten die Wünsche und Visionen, welche die Teilnehmer mit der djo verbinden. Dass sie eine Organisation für alle Generationen wird und ihren Mitgliedern noch mehr Veranstaltungen anbietet, war dabei ein Ziel, dass sicherlich auch in kürzerer Zeit möglich ist. Schwieriger wird es da schon, eines Tages den berühmten TV-Koch Christian Rach in einem eigenen djo-Café begrüßen zu können…aber geträumt werden darf immer.

Auch Regularien gehören zu einem Landesjugendtag (Quelle: Helmut Roß)

Auch Regularien gehören zu einem Landesjugendtag (Quelle: Helmut Roß)

Der Präsentation folgte ein vom Organisator, dem Regionalverband Rheinland, eigens erdachtes djo-Quiz. Hier konnten alle Teilnehmer ihr Wissen über die djo und NRW unter Beweis stellen, was bei manchen kniffligen Fragen gar nicht so einfach war. Bis spät in die Nacht feierte man in fröhlicher Runde den nahenden 60. Geburtstag, bevor es am nächsten Morgen mit Regularien und Formalien weiterging.

djo Mitglieder - Kreativ in allen Lagen. (Quelle: Christian Kahl)

djo Mitglieder – Kreativ in allen Lagen (Quelle: Christian Kahl)

Realismus mit Visionen

Um den erfolgreichen Weg zielsicher weiter gehen zu können, sind Entscheidungen und Planungen nötig. So bestimmten Berichte, Informationen, Anträge und Diskussionen den zweiten Tag des LJT. Der Landesvorsitzende Christian Gradt begrüßte die Delegierten und Gäste und informierte über die aktuelle Situation der djo NRW. Ihm schloss sich Annette Grave, die Schatzmeisterin des Landesverbandes, an und erläuterte die finanzielle Entwicklung.

Umfassend wurden die Tätigkeiten und Aufgaben des vergangenen Jahres besprochen, wobei etwa die allgemeine wirtschaftliche Lage und die teils etwas unübersichtlichen Strukturen der djo NRW breiten Raum einnahmen. Aber auch die Zukunft der Gesamtdeutschen Bildungsstätte Himmighausen wurde diskutiert. Hier gilt es in naher Zukunft Konzepte zu überlegen, um die Bekanntheit dieses schönen Hauses weiter zu steigern.

Wenn das Haus der djo entsteht, braucht es schon mal Platz. (Quelle: Helmut Roß)

Wenn das Haus der djo entsteht, braucht es schon mal Platz (Quelle: Helmut Roß)

Nach über drei Stunden, die einen regen Austausch von Meinungen in sich hatten, beendete Christian Gradt den LJT. Er dankte allen Teilnehmern und besonders den Organisatoren. In 2011 sieht man sich zum nächsten LJT und dann hat man den 60. Geburtstag bereits kräftig gefeiert.

Autor: Dr. Christian Kahl