„Ir sult sprechen willekomen“ – Das große Spektakulum ist eröffnet

Mit guter Laune ins ‚Große Spektakulum‘. (Quelle: djoNRW)

Mit guter Laune ins ‚Große Spektakulum‘. (Quelle: djoNRW)

Rund 180 Teilnehmer sind zum 5. Kulturprojekt des Landesverbandes NRW der djo-Deutsche Jugend in Europa nach Xanten gekommen. Schon der Eröffnungstag bot mit Musik, Tanz und Singen, Handwerken und Feuerspucken viel Abwechslung. Passend zum Thema „Das große Spektakulum – Wir erleben das Mittelalter“, starteten die djo’ler mit Begeisterung und Neugierde in ihr 4-tägiges Kulturprojekt.
Die Fragen ‚Wen treffen wir wieder?‘ und ‚Was wird geboten?‘ beschäftigten viele Gruppen bei ihrer Anreise. Spannung und eine große Erwartungshaltung sah man auf manchen Gesichtern. Wer sich noch nicht wirklich vorstellen konnte, was in den nächsten vier Tagen in und um die Jugendherberge Xanten auf ihn zukommt, bekam bei der offiziellen Eröffnung einen schnellen Überblick.

Die djo bietet Vielen viel! Der Landesvorsitzende der djoNRW, Christian Gradt, betonte in seiner Eröffnungsansprache die Möglichkeiten und Chancen, die der Verband bietet. (Quelle: djoNRW)

Die djo bietet Vielen viel! Der Landesvorsitzende Christian Gradt betonte in seiner Eröffnungsansprache die Möglichkeiten und Chancen der djoNRW. (Quelle: djoNRW)

„Bewegt etwas“
Mit Bezug auf das Motto der Veranstaltung begrüßte der Landesvorsitzende der djoNRW, Christian Gradt, die vielen Gäste mit einem Zitat des wohl bedeutendsten Lyrikers des Mittelalters, Walther von der Vogelweide: „Ir sult sprechen willekomen“ (Ihr sollt ‚Willkommen‘ sprechen). – Passend, denn willkommen ist jeder bei der djo und auch dafür steht das Kulturprojekt.
„Besucht Veranstaltungen, knüpft Kontakte, macht etwas gemeinsam. Bewegt etwas. Probiert euch aus“, lautete sein Appell an die vielen djo‘ler. Ein Aufruf, der nicht nur für das Kulturprojekt in Xanten gelten soll, denn die djoNRW und ihre zahlreichen Gruppen bieten seit über 60 Jahren abwechslungsreiche Veranstaltungen, die dem jeweiligen Zeitgeist entsprechen.

Foto: Beim Spinnen war Geschick gefragt. Aber unter professioneller Anleitung fiel das nicht schwer. (Quelle: djoNRW)

Beim Spinnen war Geschick gefragt. Unter professioneller Anleitung fiel das nicht schwer. (Quelle: djoNRW)

Treffpunkt für Jung und Alt
Bunt ist das Programm beim 5. Kulturprojekt der djoNRW und ebenso unterschiedlich sind die Teilnehmer. Wie es bei dieser Veranstaltung gute Tradition ist, treffen sich hier ältere und jüngere djo‘ler, um gemeinsam Spaß zu haben und um etwas zu erleben. Herbert Schnalle, hauptverantwortlicher Organisator der Veranstaltung, brachte es in seiner Einführungsrede auf den Punkt: „Das Kulturprojekt ist eine Begegnung von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren“. Und so boten auch die generationsübergreifenden Workshops, die an den ersten beiden Tagen des Kulturprojekts angeboten wurden, für alle etwas.

Achtung! Beim Feuerspucken ging es heiß her! (Quelle: djoNRW)

Achtung! Beim Feuerspucken ging es heiß her! (Quelle: djoNRW)

Magnum spectaculum incipiat!
Nach der offiziellen Begrüßung war es dann endlich soweit. Getreu dem Motto der Veranstaltung „Das große Spektakulum – Wir erleben das Mittelalter“, hätte man laut ausrufen können: „Magnum spectaculum incipiat!“, „Möge das große Spektakel“ beginnen.
Wer sich handwerklich betätigen wollte, war bei den Workshops Spinnen und Filzen genau richtig. Oder darf es musikalisch sein? Dann lockten die Workshops zu Tanz, Singen und Musik. Und die ganz Mutigen konnten sich im Feuerspucken versuchen.

„Wir werden das Mittelalter rocken“, lautete die Ankündigung von Monika Bannenberg – und sie hatte Recht. (Quelle: djoNRW)

Monika Bannenberg  ließ das Mittelalter rocken. (Quelle: djoNRW)

„Wir rocken das Mittelalter“
Musikalisches Talent ist den djo’lern nicht abzusprechen. Das bewiesen sie auch in den Workshops mittelalterlicher Tanz und mittelalterliches Musizieren.
Monika Bannenberg, Leiterin des Workshops „Lieder des Mittelalters mit Instrumentbegleitung“, spielte mit Teilnehmern ein Stück des ausgehenden Mittelalters ein: Tourdion (Quand je bois du vin clairet).

Doch anders als vor rund 500 Jahren kam hier neben Cello, Geige, Flöte auch ein Keyboard zum Einsatz. Das Mittelalter wurde gerockt, wie sie im Vorfeld angekündigt hatte.

 

Das Outfit passte und auch die Tanzschritte und Abläufe wurden schnell gelernt. (Quelle: djoNRW)

Das Outfit passte und auch die Tanzschritte und Abläufe wurden schnell gelernt. (Quelle: djoNRW)

„Darf ich bitten?“
Etwas traditioneller ging es im Workshop „Darf ich bitten?“ zu. Hier bekamen die Teilnehmer einen Kurs im mittelalterlichen Tanz. Andreas Listl von der Gruppe „Gloria del Ballo“ ist seit über zehn Jahren Experte auf diesem Gebiet. Er brachte sein Wissen schnell den neugierigen Tänzerrinnen und Tänzern der djo bei. Klangen Begriffe wie ‚double‘ und ‚ronde‘ vielen zunächst noch fremd, hatten doch die meisten schnell den ‚Dreh‘ raus. Gemeinsam übte man sich in Tänzen aus Italien, England und Frankreich.
Da passten einige Gäste, die sich in mittelalterliche Gewänder gekleidet hatten, auch optisch hervorragend ins Bild. Viele Kostüme waren sehr aufwendig gestaltet. Die Mitglieder der djo-Gruppe „Der Spaß“ aus Köln hatten teilweise ihre Kleidung extra für das „große Spektakulum“ in mühevoller Handarbeit angefertigt. Spätestens jetzt war das Mittelalter lebendig geworden.

 

Autor: Dr. Christian Kahl