„Herdelezi“ in Düsseldorf – ein Fest der Begegnung…und Terno Drom mittendrin

Team_webRund 2.000 Menschen haben am 9. Mai im Düsseldorfer Ulenbergpark friedlich und fröhlich das Herdelezi Frühlingsfest gefeiert. Terno Drom, eine Landesgruppe der djo – Deutsche Jugend in Europa, Landesverband NRW e. V. (djoRW) begleitete das Fest mit einem eigenen Kinder- und Jugendangebot.

 

 

Bereits seit mehreren Jahren hat sich der Freizeitpark Ulenbergpark in Düsseldorf zu einem gern besuchten Treffpunkt anlässlich des Herdelezi-Festes entwickelt. Für viele Roma-Familien und Ihre Freunde ist es ein fester Termin, so auch in diesem Jahr. Aber auch Nicht-Roma fanden sich ein und gemeinsam ließ man im Ulenbergpark Festivalstimmung aufkommen.Kicker_web

Popcorn & Lebendkicker

An mitgebrachten Tischen oder auf Decken hatten sich unzählige Familien ihren Platz gesucht. Es roch überall nach Gegrilltem oder frischen Salaten. Fußballspielende Kids nutzten mit ihren Vätern anfangs noch den freien Platz auf der Wiese. Sommerfeeling machte sich breit.

Im Rahmen des Kooperationsprojektes „be young & roma“ hatte Terno Drom ein umfangreiches Kinder- und Jugendprogramm organisiert. Langeweile konnte nicht aufkommen. „Über den Tag verteilt, nahmen etwa 400 Kinder und Jugendliche unsere Angebote an; „be young & roma“ hat hier erfolgreich Präsenz gezeigt und wir wurden immer wieder aufgefordert solche Angebote zu wiederholen“, zeigte sich Merfin Demir von Terno Drom sichtlich zufrieden.

Für die jüngeren Gäste gab es Popcorn, Luftballons, Spielzeug, Mal- und Bastelaktionen sowie Kinderschminken. Bei den etwas Größeren sorgte ein Lebendkicker für Begeisterung. Jeder wollte mal an der Stange stehen und den Ball ins gegnerische Tor kicken. Hier waren die Organisatoren gefragt, dass auch jeder mitspielen konnte. „Etwas chaotisch sieht es schon manchmal aus, aber wichtig ist, dass alle ihren Spaß haben“, sagte eine Mutter, die vom luftgepolsterten Spielfeldrand Ihre beiden Söhne beobachtete.

Tanz_webEs darf getanzt werden

Das bunte Programm, was die Landesgruppe der djoNRW organisiert hatte, war ein großer Zugewinn für das Herdelezi Frühlingsfest im Düsseldorfer Ulenbergpark. Terno Drom dachte nicht nur an die jüngeren Gäste, sondern unterhielt auch die Jugendlichen und Erwachsenen mit Musik. Das Trio „Juzni Kovaći“ – mit Gitarre, Keyboard und Klarinette – legte mit Balkanklängen los, die die Gäste spontan zum Tanzen animierten. Für Abwechslung in der Musik sorgten zwischendurch eine Sängerin und ein Sänger.

Hand in Hand tanzen die Menschen, Roma und Nicht-Roma, Jung und Alt. Dabei bildeten bis zu 100 Menschen und mehr einen großen Kreis. Die Bewegungen sind mal schneller, mal langsamer, sie orientieren sich am Rhythmus der Musik.

Kinderschminken_webAuch in Münster unterstützte Terne Drom

Der Organisator von Terno Drom, Merfin Demir, war am Ende des Tages rundum zufrieden. „Ein tolles Fest. Überall nur lachende Menschen. Da freuen wir uns schon auf das nächste Jahr.“ Doch jetzt war er erst mal froh, dass alles so reibungslos geklappt hatte: „Es steckt da viel Arbeit drin und immer wieder stellte ich mir in den letzten Tagen die Frage, haben wir an alles gedacht? Aber da ist es schön und beruhigend, wenn man in einem so guten Team wie Terno Drom arbeitet.“ Und das ist auch notwendig, denn tags zuvor hatte Terno Drom bereits im Hoppengarten in Münster die Organisatoren – den Roma Lehrerverein Münster und den Integrationsrat der Stadt Münster – mit einem Rahmenprogramm unterstützt.

Tanz 2_webHerdelezi – eine europaweite Tradition

Nicht nur in Düsseldorf und Münster feierten Roma das Herdelezi Fest. Herdelezi, der St.-Georgs-Tag, ist einer der wenigen Festtage, der von muslimischen sowie christlich-orthodoxen Roma vor allem in Südosteuropa begangen wird.

Hier in Deutschland – das bewiesen die Veranstaltungen in Münster und Düsseldorf – ist das Herdelezi Fest zudem ein Angebot an Nicht-Roma gemeinsam mit Roma einen Familientag zu feiern. So wurde auch der Ulenbergpark ein Ort der Begegnung unterschiedlicher Kulturen. Menschen verschiedener Herkunft lernten sich näher kennen und hatten die Möglichkeit, sich über die unterschiedlichen kulturellen Gewohnheiten auszutauschen.

Autor: Dr. Christian Kahl