Europa zu Gast in Gütersloh – Folklorekreis feiert 40-jähriges mit internationalen Gruppen

Mit Tanz und Musik feierten rund 250 Gäste 40 Jahre Folklorekreis Gütersloh. (Quelle: Dr. Christian Kahl)

Mit Tanz und Musik feierten rund 250 Gäste 40 Jahre Folklorekreis Gütersloh. (Quelle: Dr. Christian Kahl)

Dass Folkloregruppen mit Volksmusik und Tanz Menschen begeistern und anlocken können, bewiesen rund 250 Besucher, die am Pfingstsamstag in die Tanzschule Stüwe-Weissenberg nach Gütersloh gekommen waren. Mit internationalen Tanz- und Musikgruppen feierte der Folklorekreis Gütersloh sein 40-jähriges Bestehen. Neben deutschen Teilnehmern, waren auch Gruppen aus England, Frankreich, Flandern, Österreich und Russland angereist.

Exakt 123 musizierende, singende oder tanzende Gäste hatten sich auf den Weg gemacht, um mit dem Folklorekreis Gütersloh sein 40-jähriges Bestehen zu feiern. Manche Folkloregruppen kannten sich schon von früheren gemeinsamen Veranstaltungen, aber auch neue Gruppen hatten den Weg nach Westfalen gefunden. Zu den internationalen Gästen des Abends gehörten Gruppen aus den Gütersloher Partnerstädten Rshew (Russland) und Châteauroux (Frankreich). Ebenso traten Musiker und Tänzer aus St. Albans (England), Ninove (Flandern) und St. Gallenkirch (Österreich) auf. Eine befreundete Jugendgruppe aus Pfalzdorf am Niederrhein, die schon öfter gemeinsam mit dem Folklorekreis aufgetreten war, sowie weitere Gruppen aus dem Kreis Gütersloh machten das Programm komplett.

Hans-Peter Rosenthal, Vorsitzender des Kulturausschusses der Stadt Gütersloh und das Moderatorenteam Andrea Schiller und Georg Chatzigeorgiou. (Quelle: Dr. Christian Kahl)

Hans-Peter Rosenthal, Vorsitzender des Kulturausschusses der Stadt Gütersloh und das Moderatorenteam Andrea Schiller und Georg Chatzigeorgiou. (Quelle: Dr. Christian Kahl)

Ein fester Teil von Gütersloh

Der Folklorekreis Gütersloh ist oft  in Europa unterwegs, aber zugleich fest in seiner Heimat verwurzelt. Seit vielen Jahren pflegt man einen engen Kontakt mit der Stadt. Bei vielen Veranstaltungen, wie etwa zuletzt beim Neubürgerempfang der Stadt, unterstützten die Mitglieder und treten immer wieder gerne auf.

Die Bürgermeisterin der Stadt Gütersloh, Frau Maria Unger, die zugleich die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen hatte, betonte in ihrem Grußwort der Festschrift, dass der Folklorekreis Gütersloh ein Verein ist, „der heute aus dem Vereinsleben der Stadt Gütersloh nicht mehr wegzudenken ist“. Dem stimmte auch Hans-Peter Rosenthal, Vorsitzender des Kulturausschusses der Stadt Gütersloh, zu. Er vertrat an dem Abend die erkrankte Bürgermeisterin: „Der Folklorekreis ist für unsere Stadt etwas ganz besonderes. Mit ihren internationalen Kontakten und Freundschaften leisten Sie einen erheblichen Beitrag zur Völkerverständigung sowie zur Festigung des Friedens in Europa. Das schaffen sie durch Kultur, durch Musik und durch Tanz. Eine Sprache, die alle Menschen, egal welchen Alters, egal welcher Herkunft verstehen.“

Viele Zuschauer begaben sich auf eine musikalische Europareise. (Quelle: Dr. Christian Kahl)

Viele Zuschauer begaben sich auf eine musikalische Europareise. (Quelle: Dr. Christian Kahl)

djo steht für Völkerverständigung

Dass unterschiedliche Kulturen die Menschen verbindet und nicht trennt, ist ein Anliegen der djo-Deutsche Jugend in Europa, zu der auch der Folklorekreis Gütersloh gehört. Nur wer sich Unterschiede bewusst macht, baut Vorurteile ab. Das ist eine Voraussetzung für ein friedliches Leben. „Mit Folkloregruppen wie etwa dem Folklorekreis Gütersloh und seinen vielen internationalen Freundschaften, hat man viel zur Völkerverständigung beigetragen“, stellte Alfred Dirks-Bannenberg fest. Er war in Vertretung des Landesvorsitzenden der djoNRW, Christian Gradt, gekommen. „Einen Termin, den ich gerne wahrgenommen habe, schaue ich selbst auf eine lange persönliche Verbundenheit mit dem Folklorekreis Gütersloh zurück. Aber auch mit Blick auf unseren Landesverband möchte ich für 40 Jahre aktive Zusammenarbeit Danke sagen.“ Wenn die djoNRW im nächsten Jahr vom 5.-8. Mai 2016 auf der Wewelsburg ihr Kulturprojekt veranstaltet, wird auch der Folklorekreis nicht fehlen.

Stimmungsgarant aus Flandern: "Vrijspel", zu deutsch "freies Spiel". (Quelle: Dr. Christian Kahl)

Stimmungsgarant aus Flandern: „Vrijspel“, zu deutsch „freies Spiel“. (Quelle: Dr. Christian Kahl)

Zu Gast bei Freunden

Die Unterbringung von über 120 Menschen, die sich mit ihren Gruppen angesagt hatten, war eine Herausforderung, bei der der Folklorekreis große Unterstützung erfuhr. Die Pfalzdorfer Gruppe fand in einer Turnhalle ihr „Nachtlager“, für alle anderen Gäste hatten sich Familien bereit erklärt, die Gäste für ein paar Tage bei sich privat aufzunehmen. „Es war phantastisch zu sehen, dass wir für alle Gruppen eine angemessene Unterkunft haben. Es hatten sich so viele Außenstehende aus Gütersloh gemeldet, die bisher noch keinen Kontakt zum Folklorekreis hatten, aber sich spontan bereit erklärten die Gäste aufzunehmen“, dankte Peter Rohde, ein Urgestein des Folklorekreis, den vielen ungenannten Helfern, die die Veranstaltung in diesem Rahmen ermöglicht haben.

Die englische Volkstanzgruppe „English Miscellany“ trat in barocken Kostümen auf. (Quelle: Dr. Christian Kahl)

Die englische Volkstanzgruppe „English Miscellany“ trat in barocken Kostümen auf. (Quelle: Dr. Christian Kahl)

Musik und Tanz sind eine gemeinsame Sprache

Die neun Gruppen hatten an dem Abend jeweils einen 10-minütigen Auftritt. Dazwischen gab es eine lockere Moderation. Für die Veranstaltung hatten Andrea Schiller und Georg Chatzigeorgiou die Tracht mit Abendkleid und Smoking getauscht. Souverän und sympathisch führte das Team durchs Programm. Mit Hintergrundinformationen zu den einzelnen Gruppen – auch mal mit kleinen Anekdoten, wie der jeweilige Kontakt zu Stande kam – unterhielten sie das Publikum. Die rund 250 Zuschauer bekamen verschiedene Tänze und – was auch große Neugierde weckte – abwechslungsreiche Trachten geboten. Diese stammten aus verschiedenen europäischen Regionen oder vergangenen Zeiten. So traten die Tänzerinnen und Tänzer der englischen Volkstanzgruppe „English Miscellany“ in barocken Kostümen auf.

Was oft so leicht aussieht, erfordert viel Übung. Der Folklorekreis Gütersloh trifft sich jede Woche zum Üben. „Gemeinsames Musizieren und Tanzen kann so einfach sein. Tanzen macht Spaß, das ist unser Motto“, stellte Georg Chatzigeorgiou, Organisationsleiter des Folklorekreis Gütersloh heraus. Von der Freude am Tanzen konnte sich an dem Abend jeder Gast überzeugen.

Der "Bänderbaum" des Folklorekreis Gütersloh. (Quelle: Dr. Christian Kahl)

Der „Bänderbaum“ des Folklorekreis Gütersloh. (Quelle: Dr. Christian Kahl)

Nach dem Auftritt ist vor dem Auftritt

Kaum war das Folklorefestival in Gütersloh vorbei, schaute man schon nach vorne. Pfingstsonntag standen im Gartenschaupark Rietberg weitere Auftritte für die Folkloregruppen an. Unter dem Motto „Musik und Tanz aus Europa“ fand das 1. Internationale Folklorefestival statt, das auch Radio Gütersloh live im Radio übertrug. Hier zeigten die vielen Akteure noch einmal ihr Können und Ihre Leidenschaft für volkstümliche Musik – ob aus dem In- oder Ausland. Während sich die jüngeren Gäste in Europas größtem Hüpfburgenpark austoben durften, überzeugten die Folkloregruppen mit guter Laune und Professionalität. „Es war ein anstrengendes, aber phantastisches Wochenende. So viele Zuschauer, die uns sehen wollten und so viele befreundete Gruppen, Tänzerinnen und Tänzer, die den Weg nach Gütersloh gefunden haben. Da fehlen die Worte, und wir freuen uns schon auf das nächste Wiedersehen“, zog Georg sein Fazit.

In diesem Jahr steht für den Folklorekreis Gütersloh noch eine weitere große Reise an. Im August geht es nach Schweden, wo in Helsingborg mit rund 5800 Teilnehmern die 52. Europeade, ein europäisches Tanztreffen stattfindet. Es wird eine Begegnung und ein Kennenlernen vieler alter und neuer Freunde. Da darf der Folklorekreis Gütersloh natürlich nicht fehlen.

Mehr vom Folklorekreis: Festschrift & Interview

Zum 40-jährigen Bestehen hat der Folklorekreis Gütersloh eine Festschrift herausgebracht. Neben Informationen zum Folklorekreis erfahren Sie hier auch Einzelheiten zu den Gruppen, die an der Veranstaltung teilgenommen haben. Hier geht’s zur Festschrift 40 Jahre Folklorekreis Gütersloh.

Vor dem großen Abend standen drei Vertreter des Folklorekreis für ein Interview bereit: Georg Chatzigeorgiou (Organisationsleitung), Andrea Schiller (Stellvertretende Organisationsleitung) sowie Peter Rohde (Tanzleitung), der seit Beginn an der Folkloregruppe angehört, gaben Einblicke in 40 Jahre Folklorekreis Gütersloh. Lesen Sie hier: Der Folklorekreis Gütersloh im Interview: „Unser Tanz verbindet Generationen“

Autor: Dr. Christian Kahl

Weitere Informationen über den Folklorekreis Gütersloh gibt es auf der Homepage.