Erste-Hilfe-Kurs für Geflüchtete in Paderborn

Wenn es um Menschenleben geht muss jeder Handgriff sitzen (Quelle: Nora Liebetreu)

Wenn es um Menschenleben geht muss jeder Handgriff sitzen (Quelle: Nora Liebetreu)

Ehrenamtlich tätig zu sein ist eine große Aufgabe, die viel Einsatz fordert und an Verantwortungsbewusstsein geknüpft ist. Dazu gehört es auch im Notfall zu wissen, was zu tun ist und handeln zu können, wenn es um ein Menschenleben geht. Deshalb haben die Diözesanreferentin Katrin Pape-Siegenbrink der Malteser Jugend und die djoNRW-/AJM-Projektleiterin Nora Liebetreu gemeinsam den Erste-Hilfe-Kurs für Geflüchtete organisiert. Zu diesem Kurs waren am 12. Februar in Paderborn über 20 junge Frauen und Männer zusammengekommen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit eigener Fluchterfahrung machen bereits alle beim Projekt B’shayno.Willkommen. mit und möchten sich künftig noch stärker ehrenamtlich einsetzen.

Der Erste-Hilfe-Kurs fand in der Kulturwerkstatt statt und wurde von Annika Feldmann geleitet und von Amir Tadres ins Arabisch übersetzt. Die Übungen des Kurses reichten von der Nutzung des AED-Geräts, einem automatisierten externen Defibrillator, über Mund-zu-Mund-Beatmung bis hin zur stabilen Seitenlage. Alle Übungen wurden umfangreich erklärt, anschaulich vorgeführt und dann von den Teilnehmenden ausprobiert und eingeübt.

Wissen, was zu tun ist

Unter professioneller Anleitung lernen die Jugendlichen alles zum Thema Erste-Hilfe (Quelle: Nora Liebetreu)

Unter professioneller Anleitung lernen die Jugendlichen alles zum Thema Erste-Hilfe (Quelle: Nora Liebetreu)

Im Rahmen des Aktion Mensch Projekts B’shayno.Willkommen., das vom Assyrischen Jugendverband Mitteleuropa e.V. (AJM e.V.) und der djo-Deutsche Jugend in Europa, Landesverband NRW e.V. (djoNRW e.V.) in NRW umgesetzt wird, haben zahlreiche junge Geflüchtete Kinder- und Jugendverbandsarbeit kennengelernt. Mit der Zeit haben immer mehr der Geflüchteten angefangen selbst aktiv in den Verbänden zu werden, sich ehrenamtlich zu engagieren und für andere Jugendliche einzusetzen. Aus diesem Grund wollten die jungen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer lernen, was zu tun ist, wenn es drauf ankommt. „Ich habe jetzt keine Angst mehr, wenn etwas passiert und ich gefordert bin Erste-Hilfe zu leisten“, erzählt Youssef Hanna. Auch die anderen Teilnehmenden waren begeistert. Adib Asho freut sich am Kurs teilgenommen zu haben: „Es gab eine Menge neuer Informationen an diesem Tag.“ Doch nicht nur aus fachlicher Sicht war der Tag ein Gewinn für die Jugendlichen. „Mich hat vor allem die familiäre Atmosphäre bei dem Kurs beeindruckt“, erklärt Orshina Alhamms, die sich freut nun die grundlegenden Prinzipien der Erste-Hilfe-Leistungen zu kennen.

Für jeden etwas Neues

In der Pause wurde getanzt (Quelle: Nora Liebetreu)

In der Pause wurde getanzt (Quelle: Nora Liebetreu)

Den ganzen Tag herrschte eine tolle Atmosphäre. Sowohl während der Ausbildung als auch in der Pause spürte man das Gemeinschaftsgefühl, von dem auch die Leiterin Annika Feldmann angesteckt wurde: „Der Kurs hat auch mir eine Menge Spaß gemacht, weil die Teilnehmenden einfach viel Spaß an dem Kurs hatten, offen waren und großes Interesse an den Übungen zeigten. Außerdem freue ich mich, dass die Teamarbeit mit Amir und das Übersetzen ins Arabisch so gut geklappt haben. Wir freuen uns auf weitere Erste-Hilfe-Kurse.“

Die Stimmung unter den Jugendlichen war so gut, dass die Mittagspause von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit assyrischem/aramäischem Migrationshintergrund tänzerisch genutzt wurde. „So haben auch Amir und ich etwas Neues kennenlernen dürfen. Die assyrischen Tänze haben uns total beeindruckt“, erzählt Annika Feldmann.

Autor: Dr. Christian Kahl

 

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