LJT 2012 in Himmighausen: „Ich wünsche mir, dass es an einem trüben Tag in Lippe hier leuchtet“

Nach dem offiziellen Teil des Landesjugendtages durfte am Abend fröhlich gefeiert werden.

Nach dem offiziellen Teil des Landesjugendtages durfte am Abend fröhlich gefeiert werden.

Rund 50 Teilnehmer trafen sich in der Gesamtdeutschen Bildungsstätte Himmighausen zum diesjährigen Landesjugendtag (LJT) des Landesverbandes NRW der djo – Deutsche Jugend in Europa. Das 2-tägige Zusammensein richtete den Blick ganz auf die Zukunft des Verbandes. Zum einen diskutierte man inhaltliche Themen, die in den nächsten Jahren vertieft werden, zum anderen lag das große Interesse der Teilnehmer auf der geplanten Neugestaltung des Hauses in Himmighausen.

Die Planungen für eine umfangreiche Renovierung der Gesamtdeutschen Bildungsstätte Himmighausen laufen nun schon einige Zeit. Dem Vorstand des Landesverbandes NRW der djo – Deutsche Jugend in Europa (djoNRW) war es gelungen Professor Kesseler von der FH Detmold dafür zu gewinnen.

Der Architekt, Prof. Kesseler, in der Diskussion mit den Delegierten.

Der Architekt, Prof. Kesseler, in der Diskussion mit den Delegierten.

Praktikabel muss es sein

Professor Thomas Kesseler lehrt an der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur. Zu Beginn der Überlegungen für ein „neues“ Himmighausen entwarfen seine Studenten vor über einem Jahr Pläne einer großzügigen Renovierung. Es entstanden Arbeiten, die alle ihren Reiz hatten und das Engagement und den Ideenreichtum der Studenten verdeutlichten. Doch sind es reale Tatsachen, die die Rahmenbedingungen eines Umbaus bestimmen. Und so entwarf Professor Kesseler selbst ein Gesamtkonzept für eine „neue“ Gesamtdeutsche Bildungsstätte Himmighausen. Die finanziellen Möglichkeiten, die notwendige Bettenzahl, sowie sicherheitstechnische Aspekte waren nur einige der festen Vorgaben seiner Überlegungen.

Auch der Eingangsbereich soll komplett neu gestaltet werden.

Auch der Eingangsbereich soll komplett neu gestaltet werden.

Mehr als ein Facelifting

Der Tagungsraum war bis auf den letzten Platz gefüllt und mit gespannter Stille folgten die Zuhörer dem Konzept. Hier und da sah man ein stummes Kopfnicken. Eine neue Eingangsachse mit Garderobe, ein Büro mit Nähe zu den Gästen, freundliche und mit modernster Technik ausgestattete Aufenthaltsräume ließen manchen träumen. Auch die Wohnbereiche wurden in dem Konzept berücksichtigt. Sie sollen nicht nur auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sein, sondern auch für ältere Jugendliche und Seminargruppen attraktiv gestaltet werden. So sehen die Pläne von Professor Kesseler vor, dass Schränke in Nischen platzsparend angebracht und die Zimmer insgesamt wohnlicher werden. Doch nicht um jeden Preis wird hier alles erneuert. Der erfahrene Architekt zeigte sich als Realist. „Mit wenigen Handgriffen möchten wir die Zimmer neu gestalten. Wir schmeißen nichts weg, was nicht noch funktioniert“, brachte er es auf den Punkt und erntete damit große Zustimmung. Die Zimmer sollen in Zukunft moderne Standards erfüllen, und so verfügen in dem neuen Konzept viele über einen direkten Zugang zu einer Dusche. Zudem sind für die Wohnbereiche zusätzliche Toiletten vorgesehen. Was Professor Kesseler auf dem Landesjugendtag den anwesenden djo’lern präsentierte, war mehr als ein Facelifting für Himmighausen. „Ich wünsche mir, dass es an einem trüben Tag in Lippe hier leuchtet“, brachte er seine eigenen Ansprüche für Himmighausen auf den Punkt.

Umbaupläne vom Fachmann.

Umbaupläne vom Fachmann.

Auf dem Weg in die richtige Zukunft

Das vorgestellte Konzept fand breite Zustimmung. Einzelne Fragen wurden im Anschluss an die Präsentation noch gestellt und diskutiert, doch den Gesamtentwurf stellte niemand in Frage. Mit dem Umbau würde für die Gesamtdeutsche Bildungsstätte eine neue Ära beginnen. So sah es auch Heinz Vathauer, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Gesamtdeutsche Bildungsstätte Himmighausen e.V.: „Es ist der Weg, der in die richtige Zukunft geht. Die Attraktivität des Hauses wird einen großen Schritt nach vorne machen.“ Nun gilt es noch den ein oder anderen zu überzeugen, der nicht live die Konzeptvorstellung erlebte.

Arbeitsgruppen und Diskussionen zur inhaltlichen Arbeit der djoNRW.

Arbeitsgruppen und Diskussionen zur inhaltlichen Arbeit der djoNRW.

IKE: Das Profil des Landesverbandes

Das Konzept für eine „neue“ Bildungsstätte beschäftigte die Teilnehmer noch lange. Auch in den sich anschließenden Workshops, kam der ein oder andere immer wieder darauf zu sprechen. In drei Arbeitsgruppen diskutierte man auf breiter Basis das IKE-Konzept mit den Schwerpunkten Integration, Kultur und Europa. Dieses Konzept ist das Profil des djo – Landesverbandes NRW und wird auch in Zukunft seine inhaltliche Arbeit bestimmen. Die Teilnehmer sammelten dazu neue Anregungen und diskutierten Ideen für künftige Projekte. Darüber hinaus erörterten sie neue Möglichkeiten den Verband mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Hier war jeder im Takt.

Hier war jeder im Takt.

Bunte Tanzgala am Abend

Als es am Abend zur djo Tanzgala ging, gab es manch erstauntes Gesicht. Viele djo’ler hatten sich herausgeputzt und Jeans und T-Shirt mit Anzug und Abendkleid getauscht. Ein Sektempfang und stilvolle Dekoration sorgten für ein stimmungsvolles und fröhliches Ambiente. Abwechslung gab es nicht nur bei den Tänzen, auch das Rahmenprogramm sorgte für Unterhaltung. Die Wahl einer Ballkönigin und eines Ballkönigs (Andrea Ulff & Shlemon Yoken) sowie die Prämierung des besten Outfits (männlich: Alfred Bannenberg, weiblich: Dagmar Bitz) waren dabei die Höhepunkte. Erst in den frühen Morgenstunden klang die lange Ballnacht in einer Disco aus.

 

Strahlende Gesichter: Ballkönigin und Ballkönig

Strahlende Gesichter: Ballkönigin und Ballkönig

djoNRW ist fit für die Zukunft

Der Landesjugendtag 2012 war ein Treffen, das seinen Fokus ganz auf die Zukunft der djoNRW konzentrierte. Ein saniertes Haus in Himmighausen und die weitere intensive inhaltliche Beschäftigung zu den Schwerpunkten Integration, Kultur und Europa (IKE) sind die großen Ziele, die angestrebt werden. Bei der Sanierung ist man natürlich auf externe Unterstützung angewiesen. Ein Antrag auf Förderung durch den Landschaftsverband Rheinland ist bereits gestellt. Wenn es Neuigkeiten zu der Realisierung des Umbaus gibt, erfahren Sie es auf www.djonrw.de

Autor: Dr. Christian Kahl